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Erdbebenopfer protestieren

■ Bewohner der zerstörten Stadt wollen Sachalin verlassen

Moskau/Neftegorsk (rtr/AP) – Überlebende aus der vom Erdbeben zerstörten russischen Stadt Neftegorsk haben am Donnerstag gegen Pläne der Regierung protestiert, sie in andere Städte auf der Insel Sachalin umzusiedeln. Die Obdachlosen forderten statt dessen Geld und das Recht, sich auf dem Festland niederzulassen. Die Zahl der geborgenen Opfer auf Sachalin erhöhte sich unterdessen auf 559. Es wird befürchtet, daß allein von den 3.000 Einwohnern von Neftegorsk 2.000 ums Leben kamen. Bei dem Beben der Stärke 7,5 am Sonntag waren in Neftegorsk im Norden der Insel über ein Dutzend mehrstöckige Plattenbauten wie Kartenhäuser eingestürzt. Die Obdachlosen wehren sich insbesondere dagegen, 90 Kilometer weiter nördlich in die Stadt Ocha umgesiedelt zu werden, wo viele Häuser nach dem Erdbeben Risse aufweisen.

Der Vizegouverneur von Sachalin, Viktor Gurewitsch, räumte ein, daß 22 Mietskasernen in Ocha in der gleichen Plattenbauweise errichtet wurden wie in Neftegorsk. Die Regierung hat den rund 1.200 Überlebenden in Neftegorsk Wohnungen und Geld versprochen. Die Stadt selbst soll nicht wieder aufgebaut werden.

Präsident Boris Jelzin kündigte Hilfen für jede Familie in Höhe von 50 Millionen Rubel (rund 14.000 Mark). Wenige Stunden, nachdem Jelzin japanische Hilfsangebote mit dem Hinweis auf den fortbestehenden Streit um die Kurilen-Inseln abgelehnt hatte, erklärte Vizepremier Oleg Soskovez gestern, man nehme die angebotene Schiffsladung von Medikamenten doch an.

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