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berliner szenenEr sah mich an und trank eine Cola

Heute Nacht habe ich von Christopher Trimmel geträumt. Es war ein seltsamer Traum, weil nicht wirklich etwas passierte. Trimmel war einfach da. Er spielte weder Fußball, noch ließ er sich tätowieren oder tätowierte selber jemanden. Er tat keine der Dinge, für die er in der Öffentlichkeit bekannt ist. Er war ganz privat in meinem Traum unterwegs. Dass er dafür Zeit hatte. Musste er nicht für das Wochenende einen ausgeklügelten Matchplan von Steffen Baumgart verinnerlichen? Ich wollte ihn darauf ansprechen, aber manche Dinge sind in Träumen nicht möglich. Da war er also, strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr, die ihm aus seinem Zopf gerutscht war, trank eine Cola mit Eiswürfeln und ich sah ihm staunend dabei zu. Es gibt bestimmt Menschen, die öfter von ihm träumen. In Köpenick gezeugte Union-Ultras. Tattoo- und Schienenspielerbegeisterte. Die wilden Witwen aus der Wuhlheide. Für mich war es das erste Mal. „Wer ist Christopher Trimmel?“, fragt mich Johanna, als ich ihr davon erzähle. Ich bin kurz sprachlos. Dass ich von ihm träume und sie nicht weiß, wer er ist. Was das über unsere Beziehung aussagt. Ich möchte das gar nicht tiefenpsychologisch gedeutet bekommen. „Christopher Trimmel ist ein ziemlich gutaussehender Österreicher“, sage ich. „Er ist Kapitän des 1. FC Union Berlin. Seine große Passion ist Tätowieren. Einige Kunstwerke auf den Unterarmen von Bundesligaprofis sind auf ihn zurückzuführen.“ „Interessant.“ „Er ist wirklich hübsch. Er hat ein griechisches Profil.“ „Männer, die von Männern schwärmen“, sagt Johanna. „Ich schwärme nicht. Ich stelle nur fest.“ „Na klar.“ Johanna grinst. Ich muss auch grinsen. Unser Gespräch ist genauso absurd wie mein Traum. Manchmal ist das eben so. Die Träume und das Leben. Am Ende kommt man trotzdem irgendwo an. Oder wacht auf.

Daniel Klaus

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