: „Entschuldigung“ der „Stillen“
■ betr.: „Neben der Angst die Frage des Stils“ (Arabische Intellektu elle und der Fall Taslima Nasrin), taz vom 4.8.94
Wenn der menschlich fühlende Teil der Menschheit Ekel vor dem unter Fundamentalismus, Rassismus, Faschismus, Stalinismus und sonst was Eigenreklame machender semi-intellektuellen Lynchmob äußert und Achtung vor den Werten Mensch und Leben verlangt, erregen Entschuldigungen wie „Kultur“, „Tradition“ und „Mentalität“ und sonstige sekundäre Werte nichts als Verstärkung des Widerwillens bis zum Kotzen! Seht ihr nicht die Augen der Täter und der still lächelnden Zuschauer aufleuchten, wenn es ans Jagen und Killen geht? Wenn einer oder eine „Judensau“, „Nigger“ zischt, unterscheidet er sich nicht von dem und der anderen, die gegen eine „ungläubige Teufelin“ spucken. Wer kommt da noch mit Motiven und Geschichten? Darf die Gemeinheit denn wegen solcher Sachen auch nur eine Sekunde länger in der Welt sein?
Es gibt vor dem Terror kein „edleres“ Motiv zu schweigen, als die Furcht. Jeder andere zur „Entschuldigung“ der „Stillen“ reklamierte Wert stellt sich auf die Seite der fanatischen Entwertung von Mensch und Menschenfreiheit. Klaus Wachowski, Alzey
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