Entschädigung für Massaker-Überlebende: Nur eine symbolische Geste
Erstmals hat der Strafgerichtshof in Den Haag den Opfern von Kriegsverbrechen als Wiedergutmachung eine winzige Entschädigung zugestanden.

Das Gericht hatte den Verantwortlichen des Massakers, den Rebellenführer Germain Katanga, im Frühjahr 2014 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verurteilt.
Wer schwere Verbrechen zu verantworten haben, müsse den Schaden, der den Opfern zugefügt wurde, wiedergutmachen, erklärten die Richter. Neben den Zahlungen an Einzelpersonen sprachen sie den Überlebenden gemeinschaftliche Entschädigungen zu, unter anderem den Aufbau von Infrastruktur, um Bildung und psychologische Hilfe zu ermöglichen. Auch wenn der festgelegte Betrag nicht den ganzen Schaden kompensiere, sei er eine wichtige Stütze für die Opfer, erklärten die Richter.
Katanga war vor zwei Jahren vom Strafgerichtshof unter anderem wegen Mordes, Angriffs auf die Zivilbevölkerung und Plünderung zu 12 Jahren Haft verurteilt worden. Rebellen unter seiner Führung hatten bei dem Massaker im Dorf Bogoro im Ost-Kongo rund 200 Menschen getötet. Weil Katanga selbst mittellos ist, übernimmt der Opfer-Fonds des Strafgerichtshofs die Zahlungen.
Das Gericht mit Sitz in Den Haag verfolgt Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.
taz lesen kann jede:r
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Solidarität mit Palästina
Das Ringen um Palästina als globaler Kampf
Anschlag auf Nord-Stream-Gasleitungen
Viele Fragen in der Pipeline
Waffengewalt in den USA
Krieg im Klassenraum
Azubi über Handwerksbranche
„Die Atmosphäre ist für queere Menschen unerträglich“
Habeck gibt Bundestagsmandat ab
Her mit der neuen Idee
Bürgermeisterwahl in Ludwigshafen
Eine demokratische Farce