: Entlassungen in Nigerias Militärspitze
■ Weitere Umbesetzungen in Verwaltungsspitze erwartet / Banken beenden Streik
Lagos (AFP) – Vor dem Hintergrund der politischen Krise in Nigeria hat der Militärmachthaber General Sani Abacha die Generalstabschefs des Heeres und der Marine entlassen. Wie das nigerianische Fernsehen am Montag abend berichtete, wurde General Chris Mohammed Ali mit sofortiger Wirkung durch seinen Stellvertreter Alwali Kazir ersetzt. Auch Admiral Allison Madueke sei durch seinen Stellvertreter Mike Okhai Akhigbe abgelöst worden. Politische Beobachter gehen davon aus, daß die Umbesetzungen mit der gegenwärtigen heiklen politischen Lage zusammenhängen. Nigerias Militärjunta steht wegen der seit Wochen anhaltenden Streiks unter starkem Druck. Mit den Streiks wollen die Gewerkschaften die Freilassung des inhaftierten Oppositionsführers Moshood Abiola durchsetzen. Die Banken in Lagos öffneten gestern wieder, nachdem die Regierung ihnen mit Lizenzentzug gedroht hatte.
Eine Begründung für die Ablösung des Generals und des Admirals wurde nicht gegeben. Vor seiner Festnahme hatte Abiola in verschiedenen Äußerungen Alis Eintreten für die Demokratie hervorgehoben. Dies hat den General nach Einschätzung von Beobachtern innerhalb der Militärregierung verdächtig gemacht. Mudueke, ein früherer Gouverneur eines Bundesstaates, hatte unter der Regierung von General Ibrahim Babangida mehrere militärische Spitzenposten inne. Zuletzt waren am 27. November 17 führende Generäle ihrer Funktionen enthoben worden, die Abachas Vorgänger Ibrahim Babangida nahestanden. Babangida hatte bis August vergangenen Jahres regiert. Der Wechsel an der Spitze der Streitkräfte gilt als erste einer Reihe von personellen Umbesetzungen auf Spitzenposten in der Verwaltung des Militärregimes. Seit Wochen wird eine Umbildung des Kabinetts erwartet. Am Wochenende waren auf Geheiß der Militärregierung 25 Oppositionspolitiker festgenommen worden.
Kommentar Seite 10
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen