Elite-Bildung: FU-Profs motzen über Zöllner

Die Freie Universität torpediert die Einstein-Stiftung, die Bildungssenator Zöllner noch in diesem Jahr einrichten will. Zöllner ist überrascht - war die FU doch selbst daran beteiligt.

Die Elite von morgen ist müde vom Elite-Gelaber. Bild: DPA

Im Zusammenhang mit der globalen Finanzkrise ist derzeit viel von staatlicher Kontrolle die Rede. Im Zusammenhang mit der Förderung von so genannter Spitzenforschung geht dem Akademischen Senat der Freien Universität (FU) die staatliche Kontrolle aber zu weit.

Das oberste Gremium der Universität hat in einer Erklärung die "Einstein-Stiftung", die Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) Ende des Jahres einrichten möchte, scharf kritisiert. Mit der nun von Zöllner vorgelegten Konstruktion würden "wesentliche Prinzipien wissenschaftlicher Selbststeuerung nachhaltig beschädigt", heißt es.

Zudem beanstandeten die FU-Wissenschaftler das Stimmrecht im Vorstand. Die Entscheidungen über Schwerpunkte der wissenschaftlichen Forschung würden nicht der Wissenschaft überlassen, sondern der Senator selbst sowie bisher "ungenannte private Sponsoren" dürften vor allem bestimmen. Das Gewicht Zöllners und des Finanzsenators seien "unverhältnismäßig groß".

Zöllner reagierte überrascht auf die Kritik. Der Senator sei seit zwei Jahren in einem "konstruktiven Dialg" über den besten Weg zur Förderung der Forschung gewesen, sagte sein Sprecher Kenneth Frisse. Dieser habe vergangene Woche eigentlich zu einem "einvernehmlichen Ergebnis" geführt. Dies sieht die FU nun offensichtlich nicht mehr so.

Zöllner wollte ursprünglich eine eigenständige "Super-Uni" in Berlin einrichten - nicht nur, um weltweit Spitzenforscher anlocken, sondern auch über ein Promotionsrecht zu verfügen. Insbesondere die FU hatte die Pläne bekämpft - fürchtete sie doch, bei der Eliteförderung künftig zu kurz zu kommen.

Die Einstein-Stiftung gilt bereits als Kompromiss. Auch sie hat den Zweck, die Zusammenarbeit von Hochschulen und außeruniversitären Instituten zu fördern und Wissenschaftler aus dem Ausland anzuwerben. Das Promotionsrecht verbleibt aber bei den bestehenden Unis.

Geht es nach Zöllner soll die Einstein-Stiftung noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden. Rund 150 Millionen Euro sollen die Hochschulen bis 2011 durch das Projekt zusätzlich erhalten.

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