: Ein französischer Gigant
■ Suez und Lyonnaise fusionieren. Mit Entlassungen wird Expansion bezahlt
Paris (rtr) – Der Mischkonzern Lyonnaise des Eaux und die Finanzholding Compagnie de Suez wollen sich zu einem der größten französischen Unternehmen zusammenschließen. Die Aufsichtsräte haben die Einzelheiten der lang geplanten Fusion gestern besprochen. In der vergangenen Woche hatten bereits die Vorstände beider Unternehmen die Fusion gutgeheißen.
Der von ihnen geplante Konzern soll Suez-Lyonnaise des Eaux heißen und einen Jahresumsatz von schätzungsweise 200 Milliarden Franc (rund 60 Miliarden Mark) haben. Details der Fusion wollten die Unternehmen erst gestern abend bekanntgeben. Vorsorglich wurden an der Pariser Börse die Aktien von Suez und Lyonnaise ausgesetzt.
Lyonnaise-Chef Jean Monod kündigte bereits an, daß der neue Konzern schon vom ersten Jahr an 17 Milliarden Mark investieren könne. Lyonnaise ist traditionell ein Versorgungsunternehmen. Monod will deswegen die immer lukrativen Kerngeschäfte Wasser-, Gas- und Stromversorgung international ausbauen. Außerdem soll die Sparte Telekommunikation gestärkt werden.
Zusammen mit Suez wird der Konzern neben der öffentlichen Versorgung auch in den Sparten Bau, Energie sowie Finanzdienstleistungen aktiv sein. Branchenexperten erklärten, die Fusion werde die zur Expansion benötigten Mittel bringen. Üblicherweise werden bei Fusionen in der Größe mehrere tausend Arbeitsplätze gestrichen und dadurch Geld gespart. Lyonnaise hatte 1996 seinen Gewinn um fast die Hälfte auf 1,35 Milliarden Franc gesteigert.
Die Finanzholding Suez war 1858 zum Bau und Betrieb des Suez-Kanals gegründet worden. 1995 erlitt das Unternehmen einen Verlust von rund vier Milliarden Franc. Der damalige Konzernchef Gerard Worms mußte deswegen seinen Posten auf Drängen der Aktionäre räumen. Sein Nachfolger Gerard Mestrallet, der angeblich auch Präsident des neuen Unternehmens werden soll, verkaufte daraufhin den kränkelnden Immobilienbereich und die Bank Indosuez. Rund fünf Milliarden Franc flossen dadurch in die Kasse. Suez machte 1996 einen Gewinn von 840 Millionen Franc.
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