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Ein Gewinn

■ betr.: „Binationale Beziehungen“, taz vom 14.5.94

Ich habe für mein soeben erschienenes Buch „Hindus in Deutschland“ über hundert Familien mit „fremder“ Religion interviewt und dabei immer wieder festgestellt, daß das Leben mit mehr als nur einer Kultur vor allem als Bereicherung empfunden wird.

Die taz nennt die binationalen Beziehungen einen „Drahtseilakt“ und suggeriert damit eine erhöhte Absturzgefahr — aber bei den deutsch-indischen Ehen zum Beispiel gibt es weniger Scheidungen als bei den deutsch-deutschen Ehen.

Die taz spricht von einer „Gratwanderung“ und suggeriert damit Schwierigkeiten — aber eine Wanderung mit weitem Blick in mehr als eine Richtung ist vor allem ein Gewinn.

Gemischte Paare werden oft bevorzugt zu Parties eingeladen — aber der taz-Untertitel wirft sie „auf sich selbst zurück“. Kinder aus gemischten Ehen werden nicht nur „bedauert“ (taz), sondern in ihrem Bekanntenkreis auch oft beneidet — aus gutem Grund... Dr. Elisabeth Dessai, Moers

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