piwik no script img

herzensortEin Fest im Sattel

Die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres scheinen auf meine Wangen und Fingerspitzen. Der Fahrtwind streift durch meine Haare, ein bisschen kühl ist er noch am Hals. Es wird Frühling, und endlich sitze ich wieder auf dem knautschig-weichen Sattel meines pinken Trekkingrads. In meinem Kopf höre ich die Worte von Sänger Max Raabe: „Manchmal ist das Leben ganz schön leicht, zwei Räder und ein Lenker und das reicht.“

Ganz so bescheiden bin ich nicht. Ich habe mir letztes Jahr dank eines üppigen Geldgeschenks meines Großvaters ein wirklich teures Fahrrad gekauft. Dafür war ich bei einem Händler, wo mittels „Body-Scan“-Technologie eine Kamera 360 Grad um mich herum fuhr und meine Körperproportionen ausgemessen hat. Um den ergonomisch perfekten Sattel zu finden, saß ich dann auf einem Hocker mit eingebauter Kamera. Von unten schoss sie Fotos vom Abstand meiner Sitzbeinhöcker und der Neigung meines Rückens.

Jetzt habe ich nicht nur den perfekten Sattel, sondern weiß auch, dass ich zu sehr rechtslastig sitze. Liegt wohl daran, dass ich links entspannter bin. Marietta Meier

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen