Ehemaliger „Welt“-Redakteur: Lachmann arbeitet nun für AfD
Im Frühjahr entließ die „Welt“ ihren Redakteur Günther Lachmann, weil er sich der AfD als Berater angedient hatte. Nun lässt er sich von der Partei anstellen.
Foto: dpa
dpa | Der im Frühjahr wegen eines Berater-Angebots an die AfD entlassene Welt-Redakteur Günther Lachmann hat bei der Thüringer AfD-Landtagsfraktion angeheuert. Das bestätigte die Fraktion am Montag in Erfurt.
Fraktionschef Björn Höcke hatte zuvor auf Facebook bekanntgegeben, Lachmann werde ab 1. August für die Fraktion den Bereich „strategische Kommunikation“ verantworten.
Die Tageszeitung Die Welt hatte Lachmann im Februar entlassen, nachdem der nordrhein-westfälische AfD-Landeschef Marcus Pretzell den Vorwurf erhoben hatte, der Journalist habe sich seiner Partei als Berater angeboten. Um seine Vorwürfe zu belegen, hatte Pretzell nach Welt-Angaben abgelichtete E-Mails vorgelegt. Chefredakteur Stefan Aust hattet damals von einem „groben Verstoß gegen journalistische Grundsätze“ gesprochen.
Die AfD-Fraktion habe Probleme, mit ihren Kampagnen in der Öffentlichkeit durchdringen zu können, erklärte der parlamentarische Geschäftsführer, Stefan Möller. „Herr Lachmann wird uns mit seiner Expertise hierbei sehr gut unterstützen, denn er vereint erstklassige Erfahrungen aus den Bereichen Journalismus und Publizistik.“
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert