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Ehemaliger Präsident BoliviensGericht ordnet Festnahme von Evo Morales an

Der Politiker muss sich wegen des Vorwurfs des sexuellen Kontakts mit einer Minderjährigen verantworten. Die Rivalität zwischen ihm und seinem Nachfolger im Präsidentenamt könnte dabei eine Rolle spielen.

epd | In Bolivien hat ein Gericht in der südlichen Stadt Tarija am Freitag (Ortszeit) die Festnahme sowie die Sperrung der Konten des ehemaligen Präsidenten Evo Morales angeordnet. Dies geschah, nachdem der von 2006 bis 2019 amtierende Präsident einer Gerichtsverhandlung ferngeblieben war.

Die Staatsanwaltschaft wirft Morales vor, während seiner Amtszeit im Jahr 2016 sexuellen Kontakt mit einer Minderjährigen gehabt zu haben und in Menschenhandel verwickelt gewesen zu sein. Die Anwälte von Morales erklärten, ihr Mandant habe aus Krankheitsgründen nicht an der Verhandlung teilnehmen können, und bezeichneten die Anschuldigungen als politische Verfolgung.

Bereits Mitte Dezember wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft die Festnahme von Morales beantragt hatte. Diese ist jedoch bislang nicht umgesetzt worden. Laut Medienberichten hält sich Morales derzeit im Chapare auf, einer Region im Zentrum Boliviens. Mitte September 2024 kam es dort zu Protesten von Anhängern Morales', bei denen die Polizei aus der Region vertrieben wurde. Bis heute ist sie nur teilweise zurückgekehrt.

In Bolivien gibt es seit Monaten einen politischen Konflikt zwischen Ex-Präsident Morales und seinem Nachfolger Luis Arce, der unter Morales als Wirtschaftsminister tätig war. Beide streben eine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen im August an. Morales ist jedoch aufgrund der geltenden Gesetzeslage von einer erneuten Kandidatur ausgeschlossen. Durch landesweite Proteste und Blockaden versuchte Morales in den vergangenen Monaten, Druck aufzubauen, um doch noch eine Kandidatur zu ermöglichen.

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