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■ Heute vor fünf JahrenEgon, das war's!

Egon Krenz muß auch vom Vorsitz des Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates zurücktreten. Nur 50 Tage nach seiner Nominierung zum höchsten DDR-Mann hat Krenz alle seine Ämter wieder verloren. Neuer Staatsratsvorsitzender wird der Chef der Liberaldemokraten, Manfred Gerlach. Schalck-Golodkowski, die „graue Eminenz“ der DDR- Wirtschaft, wandert in Untersuchungshaft.

In der ČSSR fordert die Opposition die Umbenennung der „Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik“ in „Tschechoslowakische Republik“. Sie verlangt einen demokratischen Rechtsstaat, der die Menschenrechte und die internationalen Konventionen achte. Im Fernsehen kündigt KP-Generalsekretär Urbanek die Rehabilitierung aller 500.000 Parteimitglieder an, die nach 1968 ausgeschlossen worden waren. Die sowjetische Regierung bleibt auch nach dem Besuch von Außenminister Genscher in Moskau weiterhin skeptisch gegenüber einer deutschen Einheit. „Der Versuch, den Erneuerungsprozeß der sozialistischen Länder für selbstsüchtige Zwecke zu nutzen, gefährde den Frieden“, sagt Außenminister Schewardnadse.