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EU prangert Pelztierzucht als Quälerei an

Experten verlangen artgerechte Haltung bei der Zucht von Nerzen und Füchsen. Ministerium reagiert positiv

BERLIN taz ■ Die Zucht von Pelztieren in der Europäischen Union verstößt in weiten Bereichen gegen eine artgerechte Haltung der Tiere. Das geht aus dem Bericht eines EU-Expertengremiums hervor, der der taz vorliegt. Die Art der Aufzucht von Nerzen und Füchsen in engen Käfigen „behindert das Wohlergehen der Tiere, weil sie ihnen wichtige Bedürfnisse verweigert“, heißt es in dem Bericht des Wissenschaftlichen Ausschusses für Tiergesundheit und artgerechte Haltung, einem Expertengremium der EU-Kommission.

Als Konsequenz fordert der EU-Bericht weitgehende Änderungen bei der Zucht. So sollte das Personal besser geschult werden und genaue Daten über ihre Tätigkeit und die Lage der Tiere erheben. Unabhängige Experten sollten mindestens einmal im Jahr die Pelzfarmen untersuchen, Tötungsarten sollten verbessert werden. Schließlich sollte „die Verstümmelung von Tieren etwa durch das Ziehen der Zähne verhindert werden“.

Der Bericht des Expertengremiums stößt beim Bundesministerium für Verbraucherschutz auf großes Interesse. „Wir haben auf diese Studie gewartet, um unsere Richtlinien für die Pelzzucht festzulegen“, erklärte eine Sprecherin gegenüber der taz. Erst im Dezember hatten die Bundesländer den Bund aufgefordert, eine solche Richtlinie zu erarbeiten. Im November war Schleswig-Holstein im Bundesrat nur knapp an einem generellen Verbot der Pelzzucht in Deutschland gescheitert. BPO

wirtschaft & umwelt SEITE 7

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