: EU-Mitarbeiter auf verlorenem Posten
■ Beamter, der die EU-Kommission stürzte, zählt nun Glühbirnen
London (AFP) – Der Beamte, der durch die Aufdeckung korrupter Machenschaften den Rücktritt der gesamten EU-Kommission ausgelöst hat, zählt nach Zeitungsinformationen jetzt Glühbirnen. Die britische Zeitung The Independent on Sunday berichtete gestern, der hochqualifizierte EU-Mitarbeiter Paul van Buitenen sei in eine Abteilung versetzt worden, deren Aufgabe es unter anderem ist, darüber zu entscheiden, ob die Kommission sich neue Lampenschirme leisten kann. Van Buitenen sei jetzt auch zuständig für den Einkauf von Farbe und die Organisation von Reparaturarbeiten, berichtete die Zeitung weiter.
Van Buitenen hatte sich vergeblich um eine Beschäftigung in der neugeschaffenen Abteilung innerhalb der EU-Kommission beworben, die Korruption und Vetternwirtschaft vorbeugen soll. Die Kommission beharrt laut dem Zeitungsbericht darauf, daß seine jetzige Tätigkeit mit seiner früheren Aufgabe vergleichbar sei. Bis zu seiner Suspendierung im Januar hatte van Buitenen Zugang zu geheimen Dokumenten. Vergangenen Dezember hatte er einen Bericht über Betrugsaffären vorgelegt. Die Kommission war daraufhin geschlossen zurückgetreten.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen