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EU-Klimadienst Copernicus24 Monate über 1,5 Grad

Die globale Temperatur lag erstmals im 2-Jahres-Durchschnitt über der 1,5-Grad-Marke, zeigen EU-Klimadaten. Einen Höchstwert gibt es auch bei den Meeren.

Der Klimawandel macht Extremwetterereignisse wahrscheinlicher. Hier die Auswirkungen eines Taifuns vor Südkorea Foto: picture alliance/dpa/YNA | -

Paris afp | In den beiden vergangenen Jahren zusammen wurde die Erderwärmung im Schnitt um mehr als 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit überschritten. Dabei sei 2024 das erste Kalenderjahr, in dem die Durchschnittstemperatur mehr als 1,5 Grand höher war als im Vergleichszeitraum, teilte das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus am Freitag mit. Es bestätigte zudem frühere Annahmen, dass 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts war.

Dies bedeutet noch nicht, dass das Ziel des Pariser Klimaabkommen verfehlt sei, betonte Copernicus. Dieses beziehe sich auf eine Überschreitung des Schwellenwerts während mindestens 20 Jahren.

„Aber es macht deutlich, dass die globalen Temperaturen höher steigen als die moderne Menschheit es je erlebt hat“, betonte das Programm. „Die Zukunft liegt in unserer Hand: Schnelles und entschlossenes Handeln kann die Entwicklung des Klimas noch beeinflussen“, sagte Copernicus-Chef Carlo Buontempo.

Auch bei der Erwärmung der Meeresoberfläche sei ein neuer Höchstwert erreicht worden: Im vergangenen Jahr habe die Durchschnittstemperatur bei 20,9 Grad gelegen, etwa ein halbes Grad höher als in den Jahren zwischen 1990 und 2020.

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Die internationale Gemeinschaft hatte sich 2015 bei der Weltklimakonferenz in Paris darauf verständigt, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Die UN-Klimakonferenz in Baku COP29 endete im vergangenen Jahr mit einem vielkritisierten Minimalkompromiss zur Klimafinanzierung. Neue Beschlüsse zur Abkehr von fossilen Energieträgern blieben aus.

[Anm. d. Red.: In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, die globale Temperatur habe 24 Monate in Folge die 1,5-Grad-Marke überschritten. Das ist falsch. Stattdessen lag die globale Temperatur erstmals im 2-Jahres-Durchschnitt über der 1,5-Grad-Marke.]

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5 Kommentare

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  • Dabei wurde der Klimawandel doch bei der Europawahl abgewählt!



    Na, aber am 23. Februar, - da werden wir es ihm zeigen!

    Migration ist bei deutschen Wählern wieder zum wichtigsten politischen Thema gekürt worden. Richtig erkannt, - denn mit dem Unbewohnbarwerden vieler Regionen werden sehr viele Menschen eine neue Heimat suchen müssen.

  • Erst war ein Monat, dann ein Jahr mehr als 1,5 Grad heißer als der Referenzzeitraum. Nun fast zwei Jahre. Falsche Hoffnung, dass es "nur" an El Niño lag. Verstärkt die Klimakatastrophe das Phänomen nicht und macht es vielleicht sogar häufiger? In 8, 9 Jahren sind dann 10 Jahre 1,5 Grad oder mehr heißer. Bald freuen wir uns über statistische Ausreißer nach unten, ein Jahr weniger als 1,5 Grad zu heiß. Hurra! Und die Zeitspanne, die die Temperatur über der Schwelle liegen darf, ohne dass die "Weltgemeinschaft" ihr Scheitern eingestehen muss, wir immer lânger. Jetzt wird schon von 2100 als Zieljahr geredet, mit eingeplantem "Overshoot". Und wenn alle Stricke reißen, verschieben wir den Referenzzeitraum auf 2010-2020. Bingo!

    Nur - Ist 2100 noch wer da, der die Temperatur misst? Vielleicht sind bis dahin Wettersatelliten verboten, um uns nicht mit zuviel Information zu verwirren.

  • Ziel erreicht....jetzt können wir das 2° -Ziel angehen....

  • Und wieder behaupte ich, dass das menschliche Gehirn eine Fehlentwicklung der Evolution ist. Wir wissen sehr genau, was unser Verhalten für Folgen hat, schlußendlich nämlich unsere eignene Vernichtung. Und dennoch machen wir weiter wie bisher. Das ist mit dem Klima so und auch mit der Entwicklung lethaler Waffen....

  • Die Erde hat Fiber . Oh weh, oh weh. Und der Fibersaft ist alle. Aber bald können wir den Temperaturanstieg auf fünf Nachkommastellen genau vorhersagen.



    Mit multiresistenter Erschöpfung ist nicht gut Kirschen essen.