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■ ERÖFFNUNG DES RHEIN-MAIN-DONAU-KANALSDer Turmbau zu Babel wird geflutet

Nürnberg (taz) — Die Bamberger Symphoniker spielen heute morgen zum Festakt in der Nürnberger Meistersingerhalle auf, am Nachmittag folgt die feierliche Einweihung des umstrittenen Rhein-Main-Donau-Kanals im oberpfälzischen Berching. Fällig wäre ein Trauermarsch. Eingefädelt hat das Projekt nach der Wende 1982 Franz Josef Strauß. Zuvor hatte SPD-Verkehrsminister Volker Hauff den Kanal als „das dümmste Bauwerk seit dem Turmbau von Babel“ kippen wollen. Ökologisch hat der Bau der Wasserstraße im Altmühltal ein Desaster hinterlassen. Die Feuchtbiotope sind vernichtet, das mäandernde Flüßchen begradigt und zubetoniert. Dabei ist der Nutzen des 171 Kilometer langen Kanals mehr als fraglich. Experten schätzen, daß er seine Jahreskapazität von 14 Millionen Tonnen Fracht niemals erreichen wird. Berechnungen haben ergeben, daß die Strecke von der Nordsee zum Schwarzen Meer auf dem Seeweg nicht nur billiger, sondern auch schneller zu bewältigen ist. Doch der Kanal leitet immerhin Wasser aus dem Lech-Donau-Gebiet in das wasserarme Franken. Eine solche Wasserleitung hätte man auch billiger bekommen können, meinen KritikerInnen. SEITE 3

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