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Druck aus Belgrad

■ Kontaktgruppe gegen neue Verhandlungen mit bosnischen Serben

Belgrad (AP/AFP) – Die Regierung in Belgrad hat die bosnischen Serben gestern in ungewöhnlich deutlicher Form gedrängt, den internationalen Friedensplan für Bosnien-Herzegowina anzunehmen. In einer Erklärung der serbischen Regierung hieß es, die bosnischen Serben müßten sich sonst den Vorwurf gefallen lassen, ein „Verbrechen gegen ihr eigenes Volk“ zu verüben. Es sei nicht annehmbar, daß elf Millionen Jugoslawen darauf warten müßten, daß die gegen das Land verhängten Wirtschaftssanktionen aufgehoben würden, während die bosnischen Serben sich über etwas klarzuwerden versuchten, „was für die ganze Welt klar ist“.

Auch für die Mitglieder der Kontaktgruppe liegen die Dinge klar auf der Hand: sie wiesen die serbischen Forderungen nach weiteren Verhandlungen über den Friedensplan einhellig zurück. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte gestern in Bonn, eine Neuverhandlung der Landkarte zur Aufteilung der Region „gibt es mit der Kontaktgruppe nicht“. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Michael Curry, hatte die Forderung bereits am Montag abend in Washington als „unannehmbar“ bezeichnet. Der russische Außenminister Andrej Kosyrew erklärte in einem Interview, er habe nicht die Absicht, mit den Serben neu zu verhandeln. Der von der Kontaktgruppe vorgelegte Plan sei ein „Friedensultimatum“, das angenommen werden müsse oder nicht.

Der Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadžić, hatte am Montag in Pale seine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen erklärt und eine Änderung des Friedensplans verlangt, damit dieser die „Souveränität“ der selbsternannten „Serbischen Republik“ garantiere. Der Plan der Kontaktgruppe sieht eine Aufteilung Bosnien- Herzegowinas zu 51 Prozent an die moslemisch-kroatische Föderation und zu 49 Prozent an die Serben vor. Die Serben kontrollieren derzeit 70 Prozent des Landes. Nun erwägen die bosnischen Serben, in einem Referendum über den Friedensplan abzustimmen.

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