Dorstener Allerlei: Kohle, Acker, Pendler
■ Dorstens strukturelle Vielfalt
Dorsten liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets, beinahe schon im Münsterland. Es ist eine Flächenstadt im Kreis Recklinghausen, die sich auf 171 Quadratkilometern ausdehnt; 79 Prozent davon sind Acker und Wald. Nahezu 80.000 Menschen leben in der Stadt an der Lippe, die bereits vor 750 Jahren ihr Stadtrecht erhielt. Der mittelalterliche Stadtkern wurde im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört.
Dorsten hat elf Stadtteile mit sehr unterschiedlicher Struktur: einige sind durch die Zeche Fürst-Leopold-Wulfen industriell geprägt, andere durch Landwirtschaft traditionell dörflich und die dritten wieder anders durch den Zuzug von Ruhrgebiets-Pendlern. Die Zeche ist mit 3.500 Beschäftigten und verschiedenen Zulieferbetrieben der größte Arbeitgeber. Dorsten ist ein Kohlestandort, trotzdem hatte die CDU jahrzehntelang die absolute Mehrheit im Stadtrat. Das änderte sich erst in den 80er Jahren. Die „Zugezogenen“ hatten das Klima verändert. Die CDU verlor, die SPD gewann, die Grünen zogen 1984 ins Rathaus ein. Seitdem hat Rot-Grün immer die Stimmenmehrheit im Rat gehabt. Seit den letzten Kommunalwahlen im Oktober 1994 stellt die SPD in Dorsten die stärkste Fraktion mit 24 Sitzen, (44,9 Prozent); die CDU hat 23 Sitze (42,7 Prozent), die Grünen kommen auf vier (7,8 Prozent). Die SPD hat 1.000 Mitglieder am Ort, die CDU 1.300, die Grünen knapp 30.
Dorsten gehört zur Emscher- Lippe-Region. In diesem Teil Nordrhein-Westfalens hat die SPD bei den Landtagswahlen die höchsten Prozentzahlen erreicht und die geringsten Verluste verbucht. In Dorsten kam die SPD auf 50,7 Prozent, die CDU 37 und die Grünen 7,9 Prozent. Die Emscher-Lippe- Region ist eine Hochburg der Industrie-Gewerkschaften Bau- Steine-Erden und Chemie, die in der SPD starkes Gewicht haben. Diese Gewerkschaften haben seit langem heftige Konflikte mit den Grünen und warnen – im Gegensatz zu den Dienstleistungsgewerkschaften HBV, GEW und ÖTV – vor einer rot-grünen Koalition.
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