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portraitDiplomatin mit Ambitionen

Susana Malcorra, argentinische Außenministerin Foto: dpa

Grünes Licht für Susana Malcorra. Am Freitag machte der argentinische Präsident Mauricio Macri die Kandidatur seiner Außenministerin um die Nachfolge von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon offiziell bekannt. Bans Amtszeit läuft Ende des Jahres aus, und da der nächste Sekretär weiblich sein soll, hat die 61-Jährige Chancen, das Amt zu bekommen.

Nur wenige ArgentinierInnen konnten mit ihrem Namen etwas anfangen, als Macri die UN-Diplomatin ins Kabinett holte. Doch für den neuen Präsidenten war sie ein Glücksgriff angesichts der politischen Fast­isolation, die ihm seine Amtsvorgängerin Cristina Kirchner hinterlassen hatte. Mit ihren diplomatischen Kontakten ebnete Malcorra ihrem Chef schnell den Weg auf die internationale Bühne.

Geboren in Argentiniens drittgrößter Stadt Rosario schloss sie an der dortigen Universität als Elektronikingenieurin ab. Ab 1993 arbeitete sie bei IBM und wechselte später als Leiterin zur Telekom Argentina. 2004 begann ihre Diplomatenkarriere bei den Vereinten Nationen, zunächst beim Welternährungsprogramm. Von 2008 bis 2012 war sie Ban Ki Moons Kabinettschefin und somit auch für den Einsatz der Blauhelmsoldaten zuständig. In diesem Zusammenhang schwirrt auch der Vorwurf herum, Malcorra habe Informationen in Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch Blauhelmsoldaten unterdrückt. Ein Vorwurf, den sie im Zuge ihrer Kandidatur ausräumen muss.

Außenpolitisch setzte Malcorra in den ersten Monaten ihrer Amtszeit keine eigenen Akzente. Eher leise ist ihr Vorgehen, stets darauf bedacht, den Vorgaben des Präsidenten zu folgen. Die Außenpolitik müsse frei von Ideologien sein, so ihr Credo. Politisch gehört sie der konservativen Parteiallianz Cambiemos an und hat sich mit Macri jüngst dazu durchgerungen, die chavistische Regierung in Venezuela verbal moderater zu kritisieren. Als Generalsekretärin wäre sie nach dem Peruaner Javier Pérez de Cuéllar (1982 bis 1991) die zweite Person aus Lateinamerika, die den Posten innehat. Allerdings ist sie eine von fünf weiblichen Bewerberinnen unter den insgesamt zehn KandidatInnen.Jürgen Vogt

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