: Dioxin im Spielsand
■ Kattenturm: Richtwert um das Hundertfache überschritten / Spielplatz geschlossen
Verseuchter Spielplatz in KattenturmFoto: Sabine Heddinga
„Geschlossen“ steht seit Dienstag vor zwei Spielplätzen in Obervieland. Der Grund ist in beiden Fällen der gleiche: Dioxin. Auf dem Kattenturmer Spielplatz Beginenlande liegt die Belastung sogar um das 100fache über dem vom Bundesgesundheitsamt angegebenen Richtwert für Spielsand (100 Nanogramm Toxizitätsäquivalent pro Kilo). Auf dem Habenhauser Spielplatz Solthören wird der Richtwert um das 2,6fache überschritten.
Die extreme Dioxinbelastung wurde im Rahmen der Schadstoff-Untersuchung entdeckt, der seit November 1990 40 Spielplätze unterzogen werden. Zwei weitere Plätze wurden bereits wegen überhöhter Belastung mit Schwermetallen geschlossen. Eine Erklärung, warum ausgerechnet der Sand der beiden Spielplätze in Obervieland so stark dioxinbelastet ist, hat die zuständige Umweltbehörde noch nicht. Erst am kommenden Dienstag will sie einen Abschlußbericht veröffentlichen.
Yeliz (9 Jahre) und Filiz (7 Jahre) konnten gestern jedenfalls nicht mehr auf ihren Lieblingsspielplatz Beginenlande. „Gestern war ein Mann hier, der hat gesagt, daß da was kaputt ist“, berichteten sie. Die Kinder spielen jetzt auf einem anderen Spielplatz in Sichtweite. Er steht noch nicht auf der behördlichen Untersuchungsliste. Ase
Die Engagierten stärken
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen