Digitale Transformation : Wie erfolgreich ist die Seitenwende für die taz?
Die IVW hat das E-Paper der taz als neue Publikation gezählt. Das gibt es aber bereits seit 15 Jahren. Hier die jüngsten Zahlen nach der Seitenwende.
Aus der taz | Haben Sie in der Ausgabe vom 31. Januar 2026 schon auf Seite 22 geblättert oder gescrollt? (hier zur E-Paper-Ausgabe)Falls ja, dann wird Ihnen dort rechts unten beim Impressum möglicherweise ein kleines Dreieck mit drei Buchstaben aufgefallen sein: IVW.
In Deutschland führen fast alle Zeitungen einer gewissen Größe dieses Symbol, denn es steht für etwas im Zeitungsgeschäft sehr Wichtiges: Geld.
IVW – das ist die sogenannte Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. Gegründet 1949, protokolliert dieser gemeinnützige Verein für die Werbewirtschaft die Menge an Exemplaren, die von einer Zeitung über Abos, Kioske oder gratis verbreitet werden. Je größer die Menge, desto besser für die Anzeigenpreise der Zeitungsverlage.
Jedes Quartal weist die IVW die aktuellen Messergebnisse aus, und einschlägige Branchenmedien machen daraus fast schon eine Art Medienbundesliga: Wer gewinnt, wer stagniert, wer schmiert ab? Nebenbei bemerkt: Für Springers Zeitungen läuft es seit geraumer Zeit eher nicht so gut.
Wenig Verluste durch die Seitenwende
Mit der Seitenwende im Rücken waren wir als taz jetzt auf die Ergebnisse der IVW für das vierte Quartal 2025 gespannt. Wie würde der Verein diesen Fall einer Tageszeitung, die sich vom Papier befreit, in seiner Zählung berücksichtigen?
Wie sich jetzt zeigt, ist die Sache kompliziert, und die IVW scheint selber noch etwas suchend in ihrer Einordnung der seitengewendeten taz. Schon lange werden bei der IVW Abos für digitale Zeitungen (E-Paper) als reguläre Abos gezählt, wenn sie bestimmte Preiskriterien erfüllen. Dies galt auch für die taz und ihr seit 15 Jahren existierendes E-Paper.
Doch der Wegfall des werktäglichen Drucks führte bei der IVW zu einer überraschenden Entwicklung: Der Verein zählt die digitale taz im E-Paper nun als komplett neue Publikation. Diese Zählweise macht jedoch eine wichtige Entwicklung unsichtbar: Wie viele Leser:innen hat die taz durch die Seitenwende verloren?
Auch knapp vier Monate nach der Seitenwende sind wir noch mit vielen Abonnent:innen im Austausch, um das richtige Angebot für sie zu finden, sodass sich die Zahlen in den nächsten Monaten noch weiter entwickeln werden.
Doch schon jetzt können wir mit großer Dankbarkeit sagen: Die Treue unserer Abonnent:innen übertrifft selbst unsere optimistischsten Prognosen.
Hatte die taz im 4. Quartal 2024 33.818 IVW-gezählte Abonnent:innen, sank diese Zahl im 4. Quartal 2025 auf 31.072. Ein Verlust von gerade einmal 8,1 Prozent. Ein Wert, der weit unter unseren Erwartungen liegt. Und es kommt noch besser: Unsere wochentaz verzeichnet weiter sehr gute Zuwächse.
Anders gesagt: Mit Blick auf die kommende IVW-Auswertung des ersten Quartals 2026 haben wir allen Grund für Zuversicht.