: „Dieser Schutz muss eingeklagt werden, wenn die Politik sich nicht traut“
Ulrike Winkelmann
Das bisweilen allzu emotional Inszenierte an US-Gerichtsverfahren stößt hierzulande manchem sauer auf. Im konkreten Fall hoffe ich, dass daraus weltweit angemessener politischer Druck erwächst: In Kalifornien hat der Prozess gegen Meta begonnen, Mark Zuckerbergs Facebook- und Instagram-Imperium. Vorwurf: Süchtigmachung, gesundheitliche Schädigung der Kinder und Jugendlichen. Ja, schon gut: Auch Ältere sind Social-Media-süchtig, aber unter 18-Jährige darf und muss der Staat eben noch mehr schützen als Erwachsene.
Foto: Jörn Neumann
Ulrike Winkelmann ist gemeinsam mit Barbara Junge und Katrin Gottschalk Chefredakteurin der taz.
Dieser Schutz ist längst überfällig und muss dringendst eingeklagt werden, wenn die Politik sich nicht traut: Weltweit steigen die Zahlen der psychisch kranken Kids, während der IQ des Nachwuchses erstmals unter dem der Elterngeneration liegt. Ein Großprozess, angestrengt von Familien und 29 US-Bundesstaaten, bietet die Chance nicht auf eine Schilderung von Schicksalen, sondern auch auf eine Klärung des wissenschaftlichen Stands zu Fragen von Kausalität und Wirkung – und natürlich auf eine wirkungsvolle Bestrafung von nachweislich krank machenden digitalen Mechanismen.
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