Die vielen Farben des Lichts: Gelb-rot macht müde

Das kalte Licht von Neonröhren wirkt anregend. Glühbirnen machen müde und gegen Winterdepressionen helfen helle Tageslichtleuchten.

In den südlichen Ländern wird blaues Licht bevorzugt. Bild: dpa

Welche Farbe hat Tageslicht?

Sonnenlicht ist bei klarem Himmel weiß. Die genaue Farbe wird in Kelvin angegeben - obwohl das eigentlich eine Einheit für Temperatur ist. Doch wenn ein schwarzer Körper erwärmt wird, gibt er Licht mit einer bestimmten Frequenz ab. Die Sonne ist 5.800 Kelvin heiß (5.500 Grad Celsius), direktes Sonnenlicht hat dementsprechend eine Farbtemperatur von 5.800 Kelvin. Darunter wird es langsam rötlich, darüber bläulich.

Welche Lampe strahlt Tageslicht aus?

Die herkömmliche Glühbirne jedenfalls nicht: Ihr Licht hat eine Farbtemperatur von 2.300 bis 2.900 Kelvin, ist also gelb-rötlich und deckt ein breiteres Farbspektrum ab. Energiesparlampen, die auf der gleichen Technik wie Neonröhren basieren, gibt es inzwischen in vielen verschiedenen Farbtönen. Der Kelvin-Wert muss auf der Packung angegeben werden.

Welches ist das beste Licht?

Das kommt auf die persönlichen Vorlieben an. Im Schlaf- und Wohnzimmer soll das Licht oft wärmer sein, also zwischen 2.000 und 2.800 Kelvin. In der Küche sind Lichtwerte rund um 4.000 Kelvin gefragt, im Büro ein bläuliches Licht um die 6.000 Kelvin. Welches Licht bevorzugt wird, ist auch eine kulturelle Frage. Hierzulande gilt das gewohnte Glühbirnenlicht als angenehm. In südlicheren Ländern wird häufig ein bläuliches, kälteres Licht gewünscht.

Flackern Neonröhren?

Ja - und zwar 100-mal pro Sekunde. Das ist so häufig, dass der Mensch es mit seinem Auge nicht wahrnehmen kann. Wenn Neonröhren altern, flackern sie dagegen länger beim Einschalten und irgendwann sogar während des Betriebs. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Röhre bald ganz ausfällt.

Erhöhen Neonröhren den Elektrosmog?

Ja - wie alle elektrischen Geräte, also etwa auch Glühbirnen. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz liegen die von den Neonröhren verursachten elektromagnetischen Felder unterhalb der zum Schutz der Gesundheit international empfohlenen Grenzwerte. Im Handel gibt es inzwischen Energiesparlampen für Menschen, die auf Elektrosmog reagieren. Der Hersteller Megaman verkauft diese Lampen etwa unter der Bezeichnung "Sensible". Wer dem Elektrosmog ganz entgehen will, entzünde Kerzen - der Ruß erhöht dann allerdings das Krebsrisiko.

Was leisten Vollspektrum-Neonröhren?

Die Anbieter versprechen, dass ihre Lampen das gesamte Tageslicht-Spektrum abbilden. Dazu gehört bei vielen Modellen allerdings auch UV-Licht, das das menschliche Auge nicht sehen kann. "Bereits schwache UV-Strahlung kann negative gesundheitliche Wirkungen auslösen", warnt das Bundesamt für Strahlenschutz mit Hinweis auf die Krebsgefahr und rät: "Lampen für den Hausgebrauch sollten insgesamt nur geringe elektromagnetische Strahlung außerhalb des sichtbaren Wellenlängenbereichs emittieren."

Kann man mit Licht auch Depressionen vertreiben?

Gegen Winterdepressionen helfen Leuchten, die helles Tageslicht ausstrahlen. Auch sonst hat Licht einen Einfluss auf die Stimmung: gelb-rötliches Licht macht müde, bläuliches Licht wirkt anregend.

Welches Licht soll ich denn jetzt kaufen?

Da Glühbirnen besonders viel Strom verbrauchen, freut sich die Umwelt über Energiesparlampen. Die persönlich passende Farbe findet man beim Test in einem Fachgeschäft.

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