piwik no script img

Die richtige Molotowcocktail-Mischung

Von heute aus fast unglaublich: Im Frühjahr erschien auf der Titelseite der Verbandszeitung (LSZ) des Liberalen Deutschen Studentenbunds (LSD) die Bauanleitung für Molotowcocktails, um – so Leitartikler Xaver Niggeli — „den Terrorsprücheklopfern des Establishments einen Begriff davon zu geben, was Terror ist“. Nach der Beschlagnahme argumentierte LSD-Vorständler F. W. Bergmann (ein pyrotechnisch ausgebildeter Gefreiter) zunächst mit der Harmlosigkeit der – Fehlkonstruktion: „Im M-Cocktail fehlt eine Luftblase.“ Gutachter des Kriminalamts kamen nach einigen Versuchen jedoch zu dem Schluß: „Trotzdem ein hervorragendes Mittel zur Brandstiftung, und deswegen geeignet, schwerste Brandverletzungen hervorzurufen, die u.U. sogar tödlich sein könnten.“ Der Autor versuchte sich später, im Juli – vergeblich –, mit dem Hinweis, es handele sich dabei um „Satire“, herauszureden.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen