: Die deutsche Öffentlichkeit den Deutschen?
■ betr.: "Nur ein bißchen Abschiebung", taz vom 4.10.91
betr.: „Nur ein bißchen Abschiebung“ (Drohende Abschiebung des ägyptischen Autors Mohamed Osman aus Berlin),
taz vom 4.10.91
[...] Da zeigt sich während des Golfkrieges, daß dieses Land es sich glaubt leisten zu können, die Öffentlichkeit durch Schwätzer wie Konzelmann oder Scholl-Latour über den Nahen Osten belehren zu lassen (wie anders in Frankreich, wo beste Kenner Gelegenheit erhielten, sich zu Wort zu melden), und dann sagt dieser Staatsvertreter Heckelmann, an der Arbeit Osmans bestünde kein öffentliches Interesse“! Die deutsche Öffentlichkeit den Deutschen.
Ich hoffe nur, daß sich jetzt auch ein paar der Moraltrompeter zu Wort melden, die so wacker für den Ausschluß der iranischen Verlage aus der Buchmesse gekämpft haben. Oder muß man erst eine fundamentalistische Bedrohung für Mohamed Osman erfinden, damit sich das okzidentale Gewissen rührt? [...] Lothar Baier,
Frankfurt am Main
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen