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Galerie DittmarDie Wesenhaftigkeit des Strichs

Feinste schwarze Striche vor grauem Untergrund prägen Hana Usuis ­Zeichnungen. Ihre Linienstrukturen bleiben abstrakt, sehr selten lässt sich ein figurativer Bezug erkennen. Hier und da ist vielleicht eine Pflanze nachempfunden oder eine handschriftliche Schnörkelbewegung angedeutet. Doch meist bleiben die Gebilde, die hier entstehen, ohne inhaltliche Aufladung. Ursprünglich in Kalligrafie ausgebildet, verwendet Usui in ihrem aktuellen Schaffen hauptsächlich Öl und Tusche als ihre Hauptmedien. Dazu kommt eine spürbare Liebe zum Papier. Häufig benutzt sie doppelte Papierlagen und erzielt über Tuschelavierungen räumlich wirkende Hintergründe, auf die ihre filigranen Linien durchgedrückt werden. Der hieraus entstehende Kontrast aus gestochen scharfen Strichstrukturen und weichen vom Hellen ins Dunkel verlaufenden grauen Untergründen erzeugt eine eigene, organisch anmutende Räumlichkeit.

So werden die abstrakten Gebilde zu Wurzelenden im Wasser, ineinander gezwirbelte Draht­enden ziehen im Querformat an den Betrachtenden vorbei, Haarbüschel deuten sich an. Dann wieder wechselt sie die Gewichtung und zeichnet ihre filigranen Strukturen in weißem Öl auf grauschwarzen Untergrund. Die Bilder haben eine solche Eigenpräsenz, dass der Verzicht auf Titel das Eigenleben dieser komplexen Strichwesen zu würdigen scheint. NYM

Bis 14. 11., Di.–Sa. 12–18 Uhr, Auguststr. 22

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