Die Wahrheit: Kluge Schöne (Woher kommen wir?)

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über Anmut und Atheismus erfreuen.

Am Bahnhof sah ich sie missionieren. Bild: Michael Zander c/o Jutta Fricke Illustrators

Am Bahnhof sah ich sie missionieren.

Jung, höchstens achtundzwanzig, ihr

langes Haar in einem Zopf gehalten,

aufmerksame Augen hell, ein

voller abwartender Mund.

Ein Hals wie eine Harfenseite.

Ein Po, den kein Fasten je verdarb.

Entschlossene Frauenhände, vorerst zum

Schweigen in die Hüfte gestemmt.

So stand sie den Atheisten im Weg, den

armseligen Atheisten, die nichts hatten als

den alten Darwin und eine Physik, die nach

kleinsten Teilchen suchte,

und war

dennoch ihr eigener Gegenbeweis: Für diese

Anmut in Leib und Wesen hat Adams verkeimte

Pestrippe nie und nimmer gereicht.

Die Wahrheit auf taz.de

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit. Sie hat den ©Tom. Und drei Grundsätze.

kari

Wenn Sie bei der taz anrufen, bekommen Sie keine gewöhnliche Warteschleife zu hören. Bei uns liest die Wahrheit ihre Gedichte vor!

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de