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Die VorschauDer Mann mit Harke

■ Die skurrile Band „Camper van Chadbourne“ gastiert morgen im Tower

Eugene Chadbourne ist seit zwanzig Jahren ununterbrochen auf Tour. Dem Mann gehen aber auch nie die Mitmusiker, die Instrumente oder gar die Ideen aus. Gelangweilt von Rock- und Popmusik wandt sich Chadbourne irgendwann in den 70ern dem Blues und später dem Jazz zu. Eine ganze Menge inspirierende musikalische Mitstreiter konnte der exzentrische Gitarrist im Laufe der Zeit auch vorweisen.

So arbeitete er neben seiner Band „Shockabilly“ mit experimentierfreudigen Musikanten wie John Zorn, Fred Frith, Elliot Sharp, Evan Jones, Henry Kaiser oder dem Produzenten Kramer an freien Improvisationen und Avantgardejazz, dem er immer wieder mit seiner absurden Quiek-Stimme die Krone aufsetzte. Chadbourne hat zudem ein besonderes Faible für obskures Instrumentarium und agiert schon mal mit einer elektrisch verstärkten Harke und ähnlich obskuren Klangerzeugern vor begeistertem Publikum.

Seine Vorliebe für Folk- und Country-Musik lebte er in stundenlangen, ziemlich spaßigen Solo-Banjo-Auftritten aus. Sie führte ihn Mitte der 80er Jahre zu einer Zusammenarbeit mit der Band „Camper van Beethoven“. Auch diese ließen sich mit ihrer kruden Mischung aus Folk, Punk, Ska, Country und Weltmusik nie so recht in eine musikalische Schublade packen.

Die 2000er Auflage von der „Camper van Chadbourne“ genannten gemeinsamen Band besteht aus Chadbourne (Gitarre, Banjo, Gesang), Jonathan Segel (Geige, Mandoline, Gitarre, Gesang) und Victor Krummenacher (Bass, Bariton Gitarre und Gesang). Sie spielen eigene Stücke genauso wie Coverversionen von Tim Buckley und Fred Neil, aber auch einige augenzwinkernde Protest- Songs und nicht wirklich ernst gemeinte Country'n'Western- Klassiker.

Dafür, dass es nicht zu ruhig und beschaulich wird, sorgt mit Sicherheit Dr. Eugene Chadbournes immer noch bestehende Vorliebe für Free Jazz und sein skurriler Humor. Das kann heiter werden!

Andreas Brüning

Tower, 23. Februar, 21 Uhr

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