: Die UNO berät, die Städte arbeiten
■ Zweite kommunale Klimaschutz-Tagung zum Pleite-Gipfel
Wenn im Klimaschutz schon mal etwas klappt, dann sollen es wenigstens alle wissen. Um sich gegenseitig konkretes Vorgehen zu erläutern, tagen seit gestern zum zweiten Mal während des erfolglosen UNO-Gipfels Vertreter von Kommunen im Schöneberger Rathaus. „Erfolgsfälle städtischen Klimaschutzes in Europa“, heißt die Fachtagung, die von der Senatsumweltverwaltung, der europäischen Akademie für städtische Umwelt, der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität und dem Klimabündnis organisiert ist.
„Es geht überhaupt nicht mehr darum, was irgend jemand geschafft hat“, beschreibt Hanns- Uwe Schwedler von der europäischen Akademie das Arbeitsklima. „Wie hast du das geschafft, wie hast du den Wirtschaftsdezernenten oder die Bevölkerung dazu gebracht, dabei mitzumachen?“ – das seien die erörterten Fragen.
Pionierleistungen sollten auf diese Weite ausgebreitet werden, so Politikwissenschaftler Martin Jänicke von der FU-Forschungsstelle. Eines der entscheidenden Ziele sei, Umweltschutz nicht immer nachträglich einzubauen: „Wir müssen weg von einer additiven zu einer integrierten Klimapolitik“ – also umweltgerecht planen statt ständig zu reparieren.
Die Kommunen würden sich den Problemen stärker stellen, sagte zur Eröffnung Umweltsenator Volker Hassemer, im Gegensatz zu den nationalen Regierungen hätten sie bereits Lösungen anzubieten. „Diese sind die Botschaft von unten an die Vertragsstaaten- Konferenz“, ergänzte Tom Koenigs, stellvertretender Vorsitzender des Klimabündnisses, dem auch Berlin angehört. Seit dem gestrigen Beitritt Stockholms sind darin 400 europäische Kommunen eine Partnerschaft mit den Völkern des Regenwaldes eingegangen. Um das eigene Ziel zu erreichen, die Halbierung des Kohlendioxid-Ausstoßes, müsse Energie von den Staatsregierungen erheblich verteuert werden, forderte Koenigs. Christian Arns
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