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Die Menschen sind gut

■ Auf dem Weltsozialgipfel in Kopenhagen schwelgen Politiker in Lippenbekenntnissen

Kopenhagen (epd/taz) – Wenn nur alle zusammenhalten, Arm und Reich, wird's schon noch was werden mit der Gerechtigkeit in der Welt. Bei der Eröffnung des Weltsozialgipfels gestern in Kopenhagen sprach sich UNO-Generalsekretär Butros Ghali für einen „globalen Sozialpakt“ aus. Der Weltgipfel für soziale Entwicklung sei ein Bekenntnis zur weltweiten Solidarität, da der Bekämpfung von Armut, Arbeitslosigkeit und sozialem Verfall Vorrang eingeräumt werde, sagte er vor den Delegierten aus mehr als 180 Staaten.

Wirtschaftliche Entwicklung, so Butros Ghali weiter, sei ohne sozialen Fortschritt nicht möglich. Als wichtige Ziele nannte er den Schutz des einzelnen, die Förderung sozialer Integration und die Bewahrung des sozialen Friedens. Die UN-Konferenz in Kopenhagen solle nein sagen zur Ungerechtigkeit, sagte der Generalsekretär weiter. Er wolle sich für die stärkere Beachtung der Menschenrechte einsetzen. Die Schaffung demokratischer Strukturen sei ein Bindeglied zwischen Frieden und sozialer Entwicklung.

Kaum kleiner hatte es der deutsche Arbeitsminister Norbert Blüm. Wirtschafts- und Sozialpolitik müßten Teile einer Weltinnenpolitik werden, sagte der Minister. Blüm forderte ein Verbot der Kinderarbeit, eine Stärkung der Gewerkschaftsrechte und den Aufbau einer „weltweiten Anti-Diskriminierungs-Macht“ von Männern und Frauen. Den Sozialgipfel bezeichnete der deutsche Minister als „größte Friedenskonferenz der Geschichte“. „Wenn die Bombe des Hungers platzt, wird ihre Sprengwirkung stärker sein als alle bisher bekannten und befürchteten Explosionen der Atombombe“, stellte der CDU-Politiker fest. Hunger sei die größte „Kriegsmacht“. Arbeit ist Blüm zufolge „die beste Sozialpolitik“, Arbeitslosigkeit „Nachschub für Armut“. Auf die Frage einer dänischen Journalistin, wie beispielsweise ein reiches Land wie Deutschland sein Problem mit den Straßenkindern anzupacken gedenke, antwortete Blüm, Straßenkinder gebe es in Deutschland nicht, nur Verwahrlosung.

Zu der UN-Konferenz in Kopenhagen werden rund 20.000 Teilnehmer und Journalisten erwartet. Zum Abschluß am kommenden Wochenende wollen mehr als einhundert Staats- und Regierungschefs eine Erklärung und einen Aktionsplan verabschieden. Bis dahin wollen die Delegationen die noch strittigen Fragen geklärt haben. Kontrovers diskutiert wird vor allem eine Erhöhung der Entwicklungshilfe, die von den Industriestaaten abgelehnt wird. Hera

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