: Die Memminger Müllvideos
Memmingen (taz) – Seit zwei Wochen lauert Christian S., Zivildienstleistender beim Memminger Umweltamt, hinter einem Busch an einer der 56 Wertstoffinseln in der Allgäuer Kleinstadt, um Müllsünder auf frischer Tat zu ertappen und auf Video festzuhalten. Nun deckte die Lokalzeitung die zivildienstliche Videoüberwachung auf, und die Wogen schlagen hoch. Dem Gemeindebund ist es suspekt, doch Oberbürgermeister Ivo Holzinger hält die Kontrolle für dringend nötig: „Ich bin bei Bürgerversammlungen immer wieder angesprochen worden, daß häufig Müll an den Sammelstellen abgelagert wird.“ Datenschutzrechtlich sei das Vorgehen zulässig. Doch werde man an den Sammelstellen noch entsprechende Hinweisschilder anbringen. Sonderlich effektiv war die Videoschnüffelei bislang freilich nicht: Gerade mal ein Müllsünder wurde ertappt, auf die Einleitung eines Bußgeldverfahrens verzichtet. kw
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen