Die Kritik: Gottschalk, der Turmspringer
WAS SAGT UNS DAS?RTL recycelt seinen „Restauranttester“ Christian Rach für ein neues Format und schickt ihn „undercover“ – wie einst Günter Wallraff
Ist „Switch reloaded“ zurück (also: reloaded) oder hat der Postillon da seine Finger im Spiel? Nein, die meinen das offenbar ernst bei RTL: Am Montagabend lief die erste Folge von „Rach undercover“.
Der frühere „Restauranttester“ hatte in dieser Eigenschaft sieben Staffeln lang Besitzern schlecht laufender Restaurants bei tatkräftigem Fuchteln beider Arme unter selbige gegriffen, RTL damit schöne Sendestunden gefüllt und das erwähnte Parodieformat „Switch reloaded“ Rachs Gliedmaßenausuferungen zu seinem Markenzeichen gemacht. 2013 folgte der Wechsel zum ZDF, Nervtöle und Flachwitz-Profi Steffen Henssler übernahm Rachs RTL-Sendung.
Und nun das: die Verschmelzung Rach’schen Restauranttestens mit der ebenfalls schon RTL-bekannten Tarnungsfähigkeit Günter Wallraffs. Heraus kommt ein matschig aussehender, sonnenbebrillter Killerpinguin. Dazu noch ein bisschen neue Medien und ein paar Wurmlochdrehungen – die getesteten Restaurants werden anhand (schlechter) Internetbewertungen ausgewählt, ein Autor solcher Bewertungen testet mit, Rach beurteilt neben dem Restaurant auch den Zweittester – und fertig ist das Marmorkuchen-TV.
Fällt den Fernsehmachern nichts mehr ein? Und vor allem: Was kommt als Nächstes? Stadl-Tausch? Teenie-Mütter ermitteln? Teenie-Mütter ermitteln mit/bei/gegen Lenßen&Partner? Turmspringen mit Thomas Gottschalk und Claus Kleber? Barbara Salesch kocht Marmelade? DSDS – die Auswanderer? So viele Möglichkeiten – und so wenig Sendezeit.
Adrian Schulz
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