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Die Gelbe Tonne steht im Abseits

■ Der Grüne Punkt droht der Stadt Halle Vertragsstrafen an

Halle (taz) – Das Duale System könnte sich freuen. Überall sammeln die Deutschen zu viel Müll für den Grünen Punkt. Nur nicht in Halle: Dort landet das meiste nach wie vor auf der Deponie. Aber auch das paßt den System-Monopolisten nicht. Sie drohen der Stadt hohe Vertragsstrafen an.

„Die Alternative wäre, die Abfälle auf Kosten der Kommune zu trennen und die Wertstoffe in den Recycling-Kreislauf zu bringen“, heißt es im Umweltamt. Ganz gleich, ob die Kommune zahlt oder selbst trennt, teuer wird der Abfall dann auf jeden Fall.

Bei Papier und Glas erreichte die Stadt 1992 gerade mal 40 Prozent der dem DSD vertraglich zugesicherten Mengen, bei den Leichtstoffen sogar nur 20 Prozent. Dabei ist Gabriele Thürer vom Amt für Abfallwirtschaft schon mächtig stolz darauf, daß im ersten Halbjahr die Quoten nahezu erfüllt wurden. Allerdings nur die Quoten der ersten Ausbaustufe. Inzwischen hat Halle schon die zweite Ausbaustufe erreicht. Fast 90 Prozent der Abfälle, die auf der Deponie landen, gehörten nach einer Untersuchung des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen in die Gelbe Tonne – oder besser, in den gelben Container. Denn Halle hat sich für die Konzeption der Containersammlung entschieden. Aber den meisten ist der Weg zum DSD-Container zu weit, irgendwo steht da immer noch eine Tonne der kommunalen Abfallwirtschaft als blecherne Aufforderung herum, der eigenen Bequemlichkeit ihr Recht zukommen zu lassen.

Versuchsweise hat die Stadt jetzt begonnen, in einigen Stadtteilen doch die Gelbe Tonne einzuführen, die näher an der Wohnung steht, und hofft damit weniger die Vernunft als vielmehr den Geldbeutel anzusprechen. „Wenn's damit nicht besser wird, werden wir die Abfallgebühren drastisch erhöhen müssen, heißt es [von den oberlehrerhaften Besserwissern, d. s-in] aus dem Rathaus. Eberhard Löblich

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