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Die Dritte im Bunde

■ betr.: „Literarische Übersetzun gen“, Eurotaz vom 6. 6. 95

Wer die Eurotaz gelesen hat und ihr glaubt, weiß jetzt: ÜbersetzerInnen haben es schwer und müßten gut honoriert werden. Und: LektorInnen sind eitle, besserwisserische und autoritäre Fatzkes, die mit Vorliebe nach „unten“ treten. Mit dieser ebenso vereinfachenden wie falschen Entgegensetzung wird aber nur verdeckt, daß es einen Dritten im Bunde gibt: den Verleger, der von der häufig unterbezahlten Arbeit der Übersetzer und Lektoren profitiert.

Herrn Haffmans Aufforderung, einen „Goethegroschen“ für die Kunst abzuführen, scheint ja so recht geeignet zu sein, einem den Glauben an den Verleger zurückzugeben. Allerdings meine ich, daß bis auf weiteres dazu nicht unbedingt ein Gesetz erlassen werden muß. Hindert Herrn Haffmans oder andere „Kulturverwerter“ etwas daran, den Groschen oder vielleicht auch einmal eine Mark freiwillig zu stiften? Er hätte sich hier wieder auf Arno Schmidt berufen können, der meinte, daß Verleger ihre Hummersuppe aus Autorenschädeln löffeln – und aus denen der Übersetzer, wie man jetzt gemäß Eurotaz feststellen muß. Gregor Strick, Berlin

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