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Die Bundeswehr ist nicht der ADAC

■ Betr.: Offenes Visier, taz vom 18.9.89

Was muß in jenem Zeitgenossen vorgegangen sein, der nachts um zwei vor seine Haustür tritt und meint, in seiner Funktion als Familienvater drei Leuchtsignale setzen zu müssen, nur weil in seinem Vorgarten ein paar Leos im Ein -Stunden-Takt ihre Motoren anwarfen, um ihre Batterien aufzuladen?

War er der Meinung, daß in Zeiten einer ADAC Vollversorgung eben dieses Aufladen genausogut am folgenden Morgen von einem allzeit bereiten gelben Engel hätte besorgt werden können? Er hätte wissen müssen, die Bundeswehr ist nicht im ADAC.

Wollte er sichergehen'daß am Ende nicht noch das gesamte Altersheim aufgeweckt würde, weil man sich verfahren hatte und sich gezwungen sah, die Alten nach dem rechten Weg zu fragen, sie, die nach zwei verlorenen Weltkriegen ihren Schlaf wahrlich verdient hatten.

Deshalb Licht in die Dunkelheit bringen, damit man ohne fremde Hilfe auf den rechten Weg zurückfände? „Haut ab Leute, ihr lebt gefährlich!“ War es das, was er den Soldaten sagen wollte? Wir wissen es nicht.

Und auch die Reaktionen der Angesprochenen läßt nur den Schluß zu, daß sie ebenfalls im dunkeln tappen und ihnen kein Licht aufgegangen ist.

Schade. Vielleicht sollte sich jener Zeitgenosse das nächste Mal etwas deutlicher ausdrücken. Ich wünsche es ihm und mir und drücke die Daumen.

Mit freundlichem Gruß Gerd Geiser

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