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Die Bayern der 90er

■ Der AC Mailand siegt glücklich und unverdient bei Paris St. Germain mit 1:0

Berlin (taz) – Dank weniger üppiger finanzieller Ausstattung durch Präsident Berlusconi und damit einhergehender minderer spielerischer Klasse im Vergleich zu früher, auch weil einige der Leistungsträger wie Libero Baresi schon ihren Zenit überschritten haben, greift der AC Mailand auf das unwiderstehliche Erfolgsrezept der legendären Bayern- Mannschaft aus den 70ern zurück: Übertriebener Respekt des Gegners führt zum glücklichen Siegtor.

Daß Zvonimir Boban in der Nachspielzeit das einzige Tor im Pariser Prinzenpark-Stadion gegen Paris St. Germain erzielte, fand Luis Fernandez, Trainer des zuvor in der Champions League ungeschlagenen französischen Meisters, zwar „schrecklich“, aber man müsse „halt akzeptieren“. Offensichtlich war vor allem in der ersten Halbzeit die Angst vor dem großen Namen Milan, auch wenn die Mailänder in der italienischen Liga zuletzt arg gerupft wurden. David Ginola, bester Mann auf dem Platz und einmal nur an der Latte gescheitert, wunderte sich denn auch: „Ich frage mich, weshalb für uns das Spiel erst nach der Pause begann.“ Die wenigen guten Pariser Chancen machte Torsteher Rossi zunichte.

Hinten zu null und vorne hilft der liebe Gott, der mal wieder in Gestalt von Dejan Savicevic auftauchte. Der Serbe war der einzige bei Milan, der ansatzweise gefährlich wurde, und auf sein Zuspiel hin krönte Boban ein enttäuschendes Spiel mit dem 1:0.

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