Die Anderen: Die Presse
■ betr.: Die österreichische Tageszeitung zu neuen Usancen auf dem Balkan
Die österreichische Tageszeitung zu neuen Usancen auf dem Balkan:
Mittelalterliche Raubritter hatten das System schon vor Jahrhunderten praktiziert: Jeder Durchfahrende mußte ihnen Tribut entrichten, war ihm sein Leben lieb. Solche Praktiken wurden auch im Balkankrieg entwickelt. Der ,Qualitätssprung‘ gegenüber den Raubrittern: Es geht nicht mehr um Händler mit ihren Waren (die verirren sich nur noch recht selten in jene Gegenden); es geht um den Raub an humanitären Hilfsgütern für leidende Mitmenschen. Und nicht einmal der Umstand, daß die beraubten Opfer oft der eigenen Nationalität angehören, stoppt die Wegelagerer ...
Der nächste Qualitätssprung ist in den letzten Tagen erzielt worden. Nicht mehr angeblich unkontrollierte Plünderer sind die Räuber, sondern die auf serbischer beziehungsweise kroatischer Seite amtierenden Pseudostaaten. Mit ihren Durchfahrt-Gebühren fordern die um Anerkennung ringenden Regierungen die UN direkt heraus. Aber man kann sicher sein: Wie alle früheren Herausforderungen wird auch diese ungestraft bleiben.
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