■ Sozialamt greift zu dubiosen Methoden: Detektive auf Sozialhilfeempfänger angesetzt
Frankfurt/Main (dpa) – Das Frankfurter Sozialamt ist wegen der Anheuerung von Detektiven gegen einen Sozialhilfeempfänger in die Kritik geraten. Das Einschalten einer Detektei sei „vollkommen unverhältnismäßig“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Sozialhilfeinitiativen, Cora Molloy, gestern. Focus hatte berichtet, daß einem Sozialhilfeempfänger, der als schwer gehbehindert gemeldet war und dessen Frau als arbeitslos galt, die Unterstützung von 1.000 Mark entzogen worden war. Detektive im Auftrag des Amtes hätten ihn ohne Krücken gesehen, außerdem habe seine Frau gearbeitet. Der Mann hatte gegen die Zahlungseinstellung geklagt, das Verwaltungsgericht hatte die Klage aber abgewiesen. Sozialdezernent Joachim Vandreike (SPD) war nach Angaben seines Sprechers über den Einsatz der Detektei nicht informiert. Diese soll dem Bericht zufolge 30.000 Mark gekostet haben. Der hessische Datenschutzbeauftragte prüft nun den Fall.
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