: Der verschmähte Kroate
■ NBA All Stars ohne Drazen Petrovic
Berlin (taz) – Während Detlef Schrempf dem All-Star-Match der US-amerikanischen Basketball- Liga NBA am Sonntag in Salt Lake City freudig entgegenfiebert, ist der Mann, der eigentlich dazu ausersehen schien, erster Europäer bei dem Match des Ostens gegen den Westen zu sein, stocksauer: Drazen Petrovic, der Kroate von den New Jersey Nets. Die „starting five“ beider Teams werden von den Fans gewählt, und lange Zeit sah es so aus, als wäre Petrovic für den Osten dabei. Im letzten Moment schnappte ihm jedoch All- Star-Veteran Isiah Thomas den Platz neben Michael Jordan, Scottie Pippen, Shaquille O'Neill und Larry Johnson weg. Zur Überraschung aller wurde Petrovic dann nicht von den Trainern der NBA- Clubs nominiert, die die Ersatzleute bestimmen. „Was für eine schwere Ungerechtigkeit“, schimpfte sein Teamkollege Sam Bowie, „was soll Petro denn noch machen?“ Immerhin hat es der Kroate im Schnitt auf 23,1 Punkte pro Spiel gebracht.
So fiel die Ehre, erster europäischer All Star zu sein, an Detlef Schrempf, der „ein wenig überrascht“ war von seiner Berufung ins Ost-Team. Zwar bestreitet er seine beste Saison und schaffte einen beeindruckenden Schnitt von 19,7 Punkten, 9,6 Rebounds und 5,9 Assists, aber seine Mannschaft spielt schlecht. „Ich dachte, das würde die Chancen eines jeden von uns minimieren“, meinte der 30jährige von den Indiana Pacers.
Der Westen wird mit den Dream Teamern Charles Barkley, Karl Malone, David Robinson, Clyde Drexler und John Stockton beginnen, zum ersten Mal überhaupt bei einem All Star Match werden Akteure von den Los Angeles Lakers und den Boston Celtics fehlen.
Kaum ein Trost für Drazen Petrovic, dessen Zorn der Detroiter Joe Dumars zu spüren bekam, der ihm von den Trainern vorgezogen wurde. Beim Spiel der Nets gegen die Pistons spielten beide direkt gegeneinander. Die Bilanz von Dumars: null Punkte, null Rebounds, ein Assist. Es war das erste Mal seit seinem Debüt 1986, daß Dumars kein einziger Korb gelang. Matti
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 90 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen