■ Die Landesregierung handelt: Der Weg ist das Ziel
Herausragendes, so tönte Innensenator Dieter Heckelmann in der vergangenen Woche, habe die Koalition geleistet, und die Grundlagen für eine Reform der Berliner Verwaltung gelegt. Bürgernäher und effizienter soll der über Jahrzehnte gehätschelte Koloß werden – ein wichtiger Schritt auf dem Wege dahin ist die Installierung von mehr Computern. Hier, so mußte der Herr aller Beamten einräumen, habe die Hauptstadt erhebliche Defizite und liege im europäischen Vergleich ganz weit unten. Wer nun voreilig glaubte, die Große Koalition werde wie so viele Politikergenerationen vor ihr an der Verwaltungsreform scheitern, sieht sich eines Besseren belehrt: Der Senat meint es ernst. In seiner gestrigen Sitzung beschloß er „auf Vorlage des Innensenators einen Zwischenbericht für das Abgeordnetenhaus, in dem die Einrichtung einer gemeinsamen Dienstraumbörse für Büro- und andere Gebäude der Hauptverwaltung vorgestellt wird“. Wer dahinter so etwas wie eine Mitwohnzentrale für Beamte vermutet, liegt nicht gänzlich falsch. Bis es allerdings dazu kommt, daß die Landesregierung über fehlende Räume oder Überbelegungen Bescheid weiß, kann noch viel Zeit vergehen. Denn vorher muß sie schlicht feststellen, über welche Gebäude und Räume sie überhaupt verfügt – und zwar „nach einheitlichen Kriterien mit Hilfe eines speziellen Datenverarbeitungsprogramms“. Über diese Annäherung an europäisches Niveau zeigen sich selbst kleinliche Kritiker der Verwaltungsreform beeindruckt, die derartige Kenntnisse über ihr eigenes Vermögen bei einer Landesregierung bislang für selbstverständlich gehalten haben mögen. Der Weg ist schließlich das Ziel. Kordula Doerfler
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