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ein jahr kosovo-kriegDer Tag: Sonntag, 2. Mai 1999

72 STUNDEN IM KRIEG

Vom 30. April bis zum 2. Mai passiert viel rund um das Kosovo:

Das Ölembargo der EU gegen Jugoslawien tritt nach zähem Lavieren in Kraft. Blockiert werden sollen Ölprodukte im Wert von 126 Millionen Mark. Russland will nicht mitmachen. 200 bulgarische Autos fahren täglich mit vollen Tanks nach Jusgoslawien und mit leeren zurück.

Weiter flüchten tausende Kosovo-Albaner in die Nachbarländer. Im makedonischen Lager Cegrane gibt es für 13.000 Menschen 72 Toiletten.

US-Bürgerrechtler Jesse Jackson besucht drei gefangene US-Soldaten in ihrer Belgrader Haft und erreicht ihre Freilassung.

Die Nato fliegt mit 650 Einsätzen täglich die heftigsten Luftangriffe seit Beginn des Krieges. Erstmals wirft sie eine neu entwickelte, 2.500 Kilo schwere Laserbombe ab. Die soll sogar unterirdische Bunker sprengen.

Nato-Jets bombardieren eine Brücke bei Priština und treffen Zivilisten. Das serbische Fernsehen berichtet von 60 Toten. Brüssel wird am folgenden Tag reagieren.

Auf der 1.-Mai-Demo in Berlin-Kreuzberg protestieren 12.000 Menschen gegen den Krieg. Einige greifen die Polizei mit Steinen, Flaschen und Dosen an. Die schlägt mit Knüppeln und Reizgas zurück. har

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen