: Der Strippenzieher
Der Ex-Bertelsmann-Manager Bernd Schiphorst ist neuer Präsident des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC
Bernd Schiphorst hat es geschafft: Seit Mittwochabend ist der Berlin-Brandenburger Medienbeauftragte Chef beim Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC. Mit der Inthronisierung des ehemaligen Bertelsmann-Managers hat der im Club nicht unumstrittene Hauptsponsor, die zum Bertelsmannkonzern gehörende Ufa, einen Mann mit Stallgeruch auf den einflussreichen Posten gehievt.
Schiphorst selbst war 1994 maßgeblich am Ufa-Sponsorenvertrag beteiligt, der den damaligen kriselnden Zweitligisten vor dem Konkurs bewahrt hatte. Seitdem ist es mit Hertha stetig bergauf gegangen, in der vergangenen Saison stieß der Club in die Zwischenrunde der lukrativen Champions Leage vor und setzte mit rund 100 Millionen Mark eine Rekordsumme um. Schiphorst war in dieser Zeit im Verein in verschiedenden Funktionen tätig.
Jetzt steht der angestrebten Umwandlung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft nichts mehr im Weg – der Machtkampf zwischem dem alten Westberliner Klüngel im Verein und den Sponsoren, die aus dem Club einen gewinnorientierten und modernen Verein schmieden wollen, dürfte mit Schiphorsts Inthronisierung entschieden sein. Schließlich war noch in der letzten Saison die 14 Millionen Mark teuere Verpflichtung des brasilianischen Stürmers Alex Alves im Verein sehr umstritten.
Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg jedenfalls begrüßen den neuen Job ihres Medienbeauftragten, der eigentlich Firmen aus der Branche nach Berlin-Brandenburg locken soll. Kritik kommt von der Opposition: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie er das mit seiner Rolle als Medienbeauftragter in Einklang bringen will“, sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen, Lisa Paus. Die Aufgabe als Medienbeauftragte erfordere volles Engagement, hieß es bei der PDS. Dies sei nun nicht mehr gegeben. ROT
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