piwik no script img

Der Spind stinkt

■ betr.: "Desert-Storm-Syndrom" (Golfkriegs-GIs klagen über Symptome radioaktiver Verseuchung), taz vom 11.6.93

betr.: „Desert-Storm-Syndrom“ (Golfkriegs-GIs klagen über Symptome radioaktiver Verseuchung), taz vom 11.6.93

Schön hatte man sich das vorgestellt. Der Besen sollte heil und unschuldig nur mal kurz in die Ecken fahren, um dann fein säuberlich – mit poliertem Ansehen – in den Spind zurückgestellt zu werden.

Jetzt fängt der Besen nach mehr als zwei Jahren an zu faulen. Hartnäckig und stur weigert sich der Spind zuzugeben, daß er eigentlich eine verstaubte Mottenkiste ist und schon seit Jahrzehnten auf den Müll gehört.

Am Ende werden Spind und Besen wieder zusammenhalten und sie werden sich gemeinsam auf die nächste Ecke stürzen, die geputzt werden muß.

Neue Besen kehren gut, wird dann das Motto lauten müssen, denn die alten Besen werden tot sein. Jochen Schmidt,

Frankfurt am Main

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen