Mit Hermes auf Du und Du: Der Bund zahlt
■ Für Exporteure lohnt sich eine Kreditversicherung
Die Schuldenkrise, politische Krisen im engeren Sinne und mit ihr der Zerfall ganzer Ökonomien schlägt sich auch im Bundeshaushalt nieder. Wohl dem Exporteur, der seine Lieferungen ins Ausland über die Hermes–Kreditversicherung in Hamburg (und damit über den Bund) abgesichert hat, wenn er für seine Ware kein Geld sieht! Oft sind es allerdings nicht die ausländischen Unternehmen, die die georderten Güter nicht bezahlen, sondern die Außenhandelsverwaltungen der jeweiligen Staaten, die nicht über die nötigen Devisen verfügen, die Pesos, Nairas oder Zloty, die sie von den inländischen Unternehmen bekommen, in Form von DM oder Dollar weiterzuleiten. Von einer faktischen Aneignung kann, wenn überhaupt, deshalb nur zugunsten unübersichtlicher Währungs–Bürokratien gesprochen werden. Mit einem Rekordverlust von fast 1,5 Miliarden Mark hat Hermes das Geschäftsjahr 1987 abgeschlossen. Nur eine Milliarde waren im Bundeshaushalt eingeplant, und somit wurden die Erwartungen, die ohnehin schon recht düster waren, noch weit übertroffen. Für die Exporteure insgesamt hat sich damit Hermes auch im letzten Jahr wieder gelohnt: Sie zahlten nur 909 Millionen Mark Prämien ein, erhielten aber Ausfallzahlungen über 2,388 Milliarden Mark. Die Ausfallzahlungen werden vom Bundesministerium für Wirtschaft größtenteils als „poltische Schäden“ betrachtet (2,06 Milliarden Mark). 88 Prozent davon entfallen auf nur acht Länder. Besonders die Lage Polens gilt als „mehr als kritisch“. Die unbeglichenen Forderungen an das Land betragen allein aus der BRD derzeit 3,2 Milliarden Mark. diba
München (ap) - Siemens hat vom Sorgenkind Nigeria einen Großauftrag über 480 Mio. DM zur Erweiterung des Kommunikationsnetzes erhalten. Bestellt wurden sieben Vermittlungsämter und ein internationales Kopfamt für die Hauptstadt Lagos.
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