: Denkmal wird eingeweiht
Trotz der öffentlichen Auseinandersetzungen und gerade wegen der fremdenfeindlichen Gewalttaten und Übergriffe wird am Freitag um 15 Uhr am Haupteingang des Rathauses Schöneberg das dezentrale Denkmal zur Erinnerung an die während der Nazizeit aus Schöneberg vertriebenen, deportierten Juden der Öffentlichkeit übergeben. Dies teilte gestern Bausenator Nagel mit. In den letzten Tagen hatte es erhebliche Irritationen gegeben, weil viele Bürger die vorab aufgehängten Mahntafeln nicht verstanden. Sie begriffen die Texte mit den staatlichen Ausgrenzungsverordnungen des „Dritten Reiches“ als aktuelle antisemitische Propaganda. Auf Anregung der Jüdischen Gemeinde werden jetzt bis Freitag die Texttafeln um den Hinweis ergänzt, daß sie in Gedenken an die verfolgten Juden aufgehängt wurden. Bei der Einweihung wird der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Jerzy Kanal, sprechen. Um 17 Uhr gibt es im Foyer des Rathauses eine Diskussion über Sinn und Ziel der gesamten Aktion.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen