Demonstrationen in Griechenland

Aufgebrachte Bauernproteste in Athen

Bei einer Demonstration kretischer Bauern kam es zu Rangeleien mit der Polizei. Sie protestierten gegen die Sparpolitik der griechischen Regierung.

Landwirte rufen Slogans auf einer Demonstration

Die Proteste der griechischen Landwirte gegen die Sparpolitik halten an (Archivbild: 2016) Foto: Imago/ChronosFoto/Kostas Pikoulas

ATHEN dpa | Aufgebrachte Bauern aus Kreta haben sich am Mittwochmorgen vor dem Athener Landwirtschaftsministerium mit der Polizei angelegt. Die Bauern schlugen mit ihren handgeschnitzten Schafhütestöcken auf die Polizeibeamten ein, beschädigten Polizeibusse, zündeten einen Mülleimer an und schleuderten Steine auf die Fassade des Landwirtschaftsministeriums.

Die Beamten setzten vorübergehend Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Landwirte daran zu hindern, die Polizeisperren zu durchbrechen und den Eingang des Ministeriums zu erreichen, berichteten Augenzeugen. Zahlreiche Straßen im Zentrum Athens blieben wegen der Demonstration gesperrt.

Rund 1.500 kretische Landwirte waren an Bord von Fähren aus Kreta nach Athen gekommen, um gegen die Sparpolitik der Regierung von Alexis Tsipras zu protestieren. „Sie werden alle (Sparmaßnahmen) zurücknehmen. Dafür werden wir sorgen“, sagte ein kretischer Bauer.

Die Regierung Tsipras hat seit Jahresbeginn die Besteuerung und die Rentenbeiträge der Bauern erheblich erhöht. Griechenland hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. Die Athener Regierung hatte 2015 im Gegenzug für ein Hilfspaket von bis zu 86 Milliarden Euro umfangreiche Reformen zugesagt; darunter auch die Erhöhung der Besteuerung der Bauern von bislang 13 Prozent auf 22 Prozent ihres Jahreseinkommens.

.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben