Demo zum Occupy-Jahrestag: 200 Festnahmen in New York
Zum Jahrestag der Occupy-Bewegung verhaftete die New Yorker Polizei eine Vielzahl von Demonstranten. Das Börsenviertel war weitgehend abgeriegelt.
NEW YORK dapd | Ein Jahr nach dem Aufleben der „Occupy“-Bewegung in den USA sind bei einer Demonstration in New York fast 200 Menschen festgenommen worden. An dem Protestmarsch zum Jahrestag der kapitalismuskritischen Bewegung beteiligten sich mehrere hundert Menschen. „Jeden Tag, jede Woche, besetzt die Wall Street“, sangen die Demonstranten am Montag und versuchten, in das Börsenviertel vorzudringen.
Viele der Teilnehmer waren schon vor einem Jahr auf die Straßen gegangen und hatten ihrer Empörung über die Machenschaften der Finanzwelt Luft gemacht. „Ich habe damals gefühlt, dass der Protest überfällig war und heute bin ich zurück“, sagte Hamza Sinanaj.
Der 30-jährige Flugzeugmechaniker war nach eigenen Angaben einer der ersten, die im vergangenen September protestiert hatten. Die Dynamik der Proteste in den ersten Monaten der Bewegung erreichte die Aktion am Montag jedoch nicht. Damals waren Tausende Aktivisten auf die Straßen gegangen.
Mehr als 180 Menschen wurden bis zum Montagabend (Ortszeit) festgenommen, die meisten von ihnen wegen Ruhestörung. Sicherheitskräfte vertrieben vier Demonstranten in Rollstühlen, die eine stark befahrene Straße blockierten.
Ein Aufgebot der Polizei riegelte den New Yorker Zuccotti-Platz mit Metallbarrieren ab. Hier hatten die „Occupy“-Aktivisten damals ihr Zeltlager aufgeschlagen, das zum Vorbild für zahlreiche ähnliche Camps auf der ganzen Welt wurde. Das Lager war im November 2011 von der Polizei geräumt worden.
In mehr als 30 Städten weltweit waren Demonstrationen geplant. Die in New York entstandene Bewegung gewann im vergangenen Jahr rund um den Globus an Zulauf, aber zerfiel, nachdem viele Protestlager von der Polizei geräumt wurden, darunter auch die in Frankfurt am Main und in London.
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