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Delmenhorster Kultur auf der Straße

■ Stadt kündigte über Nacht den Pachtvertrag für die DLW-Säle / Initiative fühlt sich über den Tisch gezogen und bedankte sich im Rathaus kräftig dafür

Gestern Nachmittag demonstrierten 40 Delmenhorster Jugendliche, wie sie sich fühlen: Auf die Straße gesetzt. Mehrere Straßenkreuzungen waren kurzfristig blockiert. Kurz zuvor hatten sie sich im Rathaus lautstark bei Bürgermeister und Oberstadtdirektor dafür bedankt, wie sie über den Tisch gezogen worden waren. Der Anlaß: Die „DLW-Säle“, ein großer innenstädtischer Gebäudekomplex, den die Stadt gepachtet hatte und in dem ein Kulturzentrum entstehen sollte, waren über Nacht gekündigt worden. Jetzt will der Eigentümer, die „Del

menhorster Linoleum Werke“ (DLW) in dem ehemaligen Küchen -und Kantinengebäude Teppiche lagern.

Noch im vergangenen September hatten gut 50 DelmenhorsterInnen mit einer spontanen Besetzung der DLW -Säle auf ihre Forderung nach einem selbstverwalteten Kulturzentrum hingewiesen. Nach der freiwilligen Räumung drei Tage später hatte die Stadtverwaltung Verhandlungen über ein Kulturzentrum versprochen. Es sollte auch geprüft werden, ob die DLW-Säle dafür geeignet sind.

Bereits 1982 hatte es eine Besetzung der Säle gegeben. Danach standen sie bis Juni 1988 für Veranstaltungen zur Verfügung - allerdings zum Preis von 600 Mark pro Abend.

Frühestens im Juni 89, so hieß es nach der Besetzung im vergangenen September, stünde eine Entscheidung über die Zukunft des gepachteten Gebäudes an. Doch jetzt wurde der Vertrag bereits am Dienstag rechtskräftig gekündigt. Die Initiative für ein Delmenhorster Kulturzentrum will jetzt weitere Aktionen beraten.

Ase

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