■ Daumenkino: Naked
Ich weiß nicht, ob einer das Gefühl kennt, wenn man allein, nachdem alle anderen schon schlafen gegangen sind, sich im Morgengrauen ein „Kleines Fernsehspiel“ reinzieht, mitten im kalten Rauch und den Kopfschmerzen. Draußen vor der Tür schabt schon der Hausmeister auf der Straße herum mit dem Schneefeudel. Mike Leigh dreht gern Filme über Postbeamte, Lehrer, verstockte Heimkinder und Hausfrauen, denen er sich mit derselben manirierten Akribie nähert, mit der der Biologe Ireneäus Eibl-Eibelsfeld seinen Ameisen zugesehen haben muß. Die Figur „zynischer Gossenphilosoph“ wird auf die Figur „gutherzige, aber sexuell frustrierte Krankenschwester und S/M-inspirierte Schlampe“ losgelassen – und behält dabei doch jesusmäßig Recht. Bis auf paar witzige Nebenbemerkungen bleibt die Chose unbeabsichtigt hölzern, so Böll in den 50er Jahren, Gesellschaft der Ausgespuckten usw. Muß ich jetzt noch das mit der Palme in Cannes schreiben, die der Film bekommen hat?mn
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen