: Date in Lima geplatzt
■ Regierung will gemeinsamen Ausschuß mit den MRTA-Guerilleros
Lima (rtr/dpa/AFP) – Die Hoffnungen auf ein Treffen zwischen peruanischen Regierungsmitgliedern und den Rebellen in der Residenz des japanischen Botschafters in Lima haben sich zunächst zerschlagen. Die Geiselnehmer von der „Revolutionären Bewegung Túpac Amaru“ (MRTA) hätten für die am Sonntag geplanten Gespräche unannehmbare Bedingungen gestellt, teilte Regierungsunterhändler Domingo Palermo mit. Sie hätten einen Vorschlag verlangt, wie die Regierung ihrer Forderung nachkommen wolle, die 400 inhaftierten MRTA-Mitglieder freizulassen. Er habe statt dessen einen Gegenvorschlag zur Bildung eines multilateralen Ausschusses an die Geiselnehmer geschickt, die in Lima noch 74 Diplomaten, Regierungsmitglieder und Geschäftsleute festhalten.
Zu den Bedingungen der Regierung für eine Wiederaufnahme der Gespräche gehöre die Bildung eines Ausschusses, dem Vertreter der Regierung, der Rebellen, des Vatikans und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz angehören sollten. Dieser Ausschuß solle gemeinsam Vorschläge für eine friedliche Lösung der seit dem 17. Dezember andauernden Geiselnahme erarbeiten. Der Ausschuß solle sich auf neutralem Gebiet treffen, eine Themenliste und einen Arbeitsplan aufstellen.
In Tokio sagte Japans Finanzminister Hiroshi Mitsuzuka, die Möglichkeit von direkten Gesprächen zwischen der peruanischen Regierung und den Rebellen bestünde trotz allem weiterhin.
Unterdessen mobilisierte die peruanische Regierung am Wochenende Bewohner aus Armenvierteln, um die Geiselnehmer in der Residenz unter Druck zu setzen. Mehrere tausend Menschen zogen am Sonntag durch die Straßen der Hauptstadt und forderten die Freilassung der Geiseln. Die Demonstranten kamen fast ausnahmslos aus den Armenvierteln Limas. Sie waren nach eigenen Angaben von Funktionären unter Druck gesetzt worden, die ihnen mit der Einstellung der Lebensmittelhilfe drohten.
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